

HANNOVER - Innerhalb von drei Tagen wurde erneut die Schnelleinsatzgruppe des DRK-Region Hannover aus Hannover zu einer Evakuierung durch die Regionsleitstelle alarmiert. Am 27.08.2009 wurde bei Bauarbeiten auf einem Gelände an der Straße Riethorst in Hannover-Lahe eine Fünf-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Diese musste noch am Abend entschärft werden, wodurch eine groß angelegte Evakuierungsmaßnahme notwendig wurde.
Nach ersten Planungen der Feuerwehr Hannover mussten rund 6500 Menschen am Abend ab 20 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Um 19.00Uhr war die Behelfsunterkunft in der Lotte-Kästner-Schule einsatzbereit. Nach Schätzungen der Einsatzleitung wurden maximal 400 Bürgerinnen und Bürger erwartet, darunter ein Altenwohnheim mit knapp 75 Bewohnern. Um 19:30 Uhr begannen die Rettungsmittel mit dem Transport der ersten Personen aus dem Sperrgebiet zur Notunterkunft. In weniger als zwei Stunden registrierten die Einsatzkräfte bereits 500 Betroffene. In Zusammenarbeit mit der Logistikkomponente der Feuerwehr Hannover wurde weiteres Material nachgeführt, so dass die Sporthalle des Schulzentrums für 650 Personen mit Tischen und Bänken eingerichtet wurde. In den einzelnen Bereichen der Sporthalle waren zusammen 15 Feldbetten für liegende Patienten aufgebaut.
Um 23:30 Uhr konnte von der Transportkoordination der Abschluss aller Transporte gemeldet werden. Insgesamt wurden etwa 70 Personen durch die Rettungsmittel in die Unterkunft verbracht. 45 Minuten später gab es dann Entwarnung, der Blindgänger war entschärft, die Rückführung der Bevölkerung konnte beginnen. Gegen 03 Uhr meldete sich dann auch endlich das letzte Fahrzeug bei der Transportkoordination ab. Im Einsatz waren ca. 160 ehrenamtliche Einsatzkräfte der vier Hilfsorganisationen. Zusätzlich rund 450 weitere Kräfte von Feuerwehr und Polizei.
Insgesamt wurden 400 Portionen Warmverpflegung zubereitet. Knapp 1000 Flaschen Wasser und 600 Portionen Kaffee und Tee wurden ausgegeben. Das DRK-Region Hannover war mit 35 Helferinnen und Helfern, einem Einsatzleitwagen, vier Krankenwagen, einem Rettungswagen, zwei Lkw, einer Betreuungskomponente mit Feldkochherd, drei Mehrzweckwagen und zwei Gerätewagen im Einsatz. Gegen 03.00Uhr war für die ehrenamlichen Kräfte der Einsatz beendet.
Aufgrund des erhöhten Transportaufkommens und der kompletten Auslastung der Behelfsunterkunft wurde durch die Schnelleinsatzgruppe des DRK-Region Hannover aus Garbsen eine zweite Notuntekunft eingerichtet. Hier wurden jedoch keine Bürgerinnen und Bürger registriert. (wut) / Fotos: Christian Elsner, Neue Presse
